Wie ange­kün­digt die Rede der FWG Frak­ti­on im Gemein­de­rat am 10.2.2020 zur Ein­füh­rung der wie­der­keh­ren­de Stras­sen­aus­bau­bei­trä­ge in der Orts­ge­mein­de Bodenheim. So beschlos­sen am 10.2.2020 durch die SPD Mehr­heits­frak­ti­on.

  1. Febru­ar 2020

FWG-STELLUNGNAHME zur geplan­ten Ein­füh­rung wie­der­keh­ren­der Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge

Sehr geehr­ter Damen und Her­ren,

das The­ma Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge beschäf­tigt den GR schon seit etli­chen Jah­ren. Die Ver­wal­tung um Bür­ger­meis­ter Becker-Thei­lig hat mehr­fach ange­kün­digt, das Bei­trags­sys­tem ändern zu wol­len und die wie­der­keh­ren­den Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge in Bodenheim ein­zu­füh­ren. Obwohl die SPD-Frak­ti­on seit über 5 Jah­ren die abso­lu­te Mehr­heit hat, wur­de die Ent­schei­dung dar­über bis­her noch nicht getrof­fen. Hat­te die SPD Angst vor den mög­li­chen Fol­gen, obwohl doch laut eige­ner Aus­sa­ge die wie­der­keh­ren­den Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge für so viel mehr an Gerech­tig­keit sor­gen?

Im Mai 2019 wur­de die von der FWG bean­trag­te „Reso­lu­ti­on zur Abschaf­fung der Stra­ßen­aus­bei­trä­ge“ mit den Stim­men aller Frak­tio­nen ver­ab­schie­det. Trotz­dem kam der Vor­wurf der SPD-Frak­ti­on, dass die FWG mit die­ser Reso­lu­ti­on die anste­hen­de Ent­schei­dung zur Ände­rung des Abrech­nungs­sys­tems unnö­tig ver­zö­ge­re. Eben­so wur­de dem Antrag der CDU auf Durch­füh­rung eines Rats­bür­ger­ent­schei­des eine münd­li­che Absa­ge erteilt. Mehr­fach wur­de von Sei­ten der SPD-Frak­ti­on geäu­ßert, dass die Mit­glie­der des Gemein­de­ra­tes gewähl­te Ver­tre­ter der Boden­hei­mer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sind und man sich in der Lage sieht, die­se Ent­schei­dung selbst zu tref­fen. Doch trotz abso­lu­ter Mehr­heit seit 2014 hat sich die SPD-Frak­ti­on vor der Ent­schei­dung gedrückt. Statt eine Ent­schei­dung zu tref­fen ist man ein­ge­knickt und hat sich letzt­lich dem Antrag der CDU auf Durch­füh­rung eines Rats­bür­ger­ent­schei­des ange­schlos­sen, dem man bis­lang eine Absa­ge erteilt hat­te.

Durch die von der rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­re­gie­rung ange­kün­dig­ten Ände­rung des Abrech­nungs­sys­tems zu einer ver­pflich­ten­den Ein­füh­rung der wie­der­keh­ren­den Bei­trä­ge, wird der Ver­wal­tung und der SPD-Frak­ti­on die Ent­schei­dung abge­nom­men. Jah­re­lang wur­de das The­ma ver­schleppt und jetzt aller­dings geht es nicht schnell genug, denn man will nicht auf die Geset­zes­än­de­rung war­ten und die Ein­füh­rung bereits zum 01.01.2020 rück­wir­kend ein­füh­ren.

Woher jetzt die­se Eile, wo man doch jah­re­lang das The­ma selbst ver­schleppt hat? Auf die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wird dann eini­ges an finan­zi­el­ler Belas­tung zukom­men, denn die Pla­nun­gen sehen einen ver­kehrs­be­ru­hig­ten Aus­bau in gro­ßen Tei­len des his­to­ri­schen Orts­kerns vor. Argu­men­tiert wird an ers­ter Stel­le mit der Ver­bes­se­rung der Ver­kehrs­si­cher­heit. Aus unse­rer Sicht wird es eine ver­steck­te Luxus­sa­nie­rung wer­den, die auf Kos­ten der All­ge­mein­heit geht. Die Ver­lie­rer wer­den die Anwoh­ner der Lan­des­stra­ßen sein (Lang­gas­se, Pfarr­str., Rhein­str., Worm­ser Str. und Lau­ben­hei­mer Str.), denn sie dür­fen zukünf­tig die­sen Aus­bau mit­fi­nan­zie­ren und anschlie­ßend mit einer Zunah­me des Ver­kehrs vor ihrer Haus­tür rech­nen.

An ande­rer Stel­le sind die sicher­heits­re­le­van­ten Män­gel gra­vie­ren­der, so feh­len z.B. die Bür­ger­stei­ge teil­wei­se (sie­he Worm­ser Str.) oder sind nicht nutz­bar (sie­he Pfarr­str.), dort sind jedoch kei­ne Sanie­run­gen geplant.
Im Febru­ar 2017 hat die FWG einen Antrag auf Errich­tung des feh­len­den Teil­stü­ckes des Bür­ger­stei­ges in der Worm­ser Stra­ße gestellt, der mit Stim­men der SPD-Frak­ti­on abge­lehnt wur­de. Die Begrün­dung war damals, dass man zuerst das Abrech­nungs­sys­tem ändern wol­le. Es sind mitt­ler­wei­le 3 wei­te­re Jah­re ver­gan­gen, ohne dass eine Ent­schei­dung getrof­fen wur­de. Die Schuld dafür hat man ger­ne bei der Oppo­si­ti­on gesucht, hier soll­te sich aber die Ver­wal­tung und die SPD-Frak­ti­on an der eige­nen Nase packen und dort die Ver­säum­nis­se suchen.

Die Mei­nung der FWG ist wei­ter­hin, dass man die Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge abschaf­fen soll, denn die Steu­er­gel­der dafür sind vor­han­den, sie wer­den nur an ande­rer Stel­le sinn­los aus­ge­ge­ben. Gera­de vor dem Hin­ter­grund der anste­hen­den Grund­steu­er­re­form dür­fen wir unse­re Bür­ger nicht noch mehr belas­ten. Hier­zu hat das Land jedoch bis heu­te noch kei­ne Ent­schei­dung über das Wie getrof­fen. Eine wirk­lich soli­da­ri­sche Lösung ist die Finan­zie­rung des Stra­ßen­aus­baus über die Grund­steu­er, da die­se auch auf Mie­ter umge­legt wer­den kann, und so eben Alle zur Kas­se gebe­ten wer­den. Das ist wah­re Soli­da­ri­tät.

Ein nicht zu unter­schät­zen­der Punkt sind die ent­ste­hen­den Kos­ten für die zusätz­li­che Ver­wal­tungs­ar­beit der wie­der­keh­ren­den Bei­trä­ge, die eben auch von den betrof­fe­nen Bür­gern gestemmt wer­den müs­sen. Der rei­ne Ver­wal­tungs­auf­wand beträgt 30- 40% am Bei­spiel der Stadt Mainz. Quel­le Bund der Steu­er­zah­ler Rhein­land Pfalz, erschie­nen in der AZ Mainz 11.07.2018.

Die FWG bean­tragt die Ver­ta­gung des Grund­satz­be­schus­ses zur Ein­füh­rung der wie­der­keh­ren­den Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge, bis zur fina­len Ent­schei­dung des Lan­des Rhein­land- Pfalz.

Infra­struk­tur erhal­ten und Aus­bau­en, bevor man Pres­ti­ge­ob­jek­te rea­li­siert. Dafür steht die FWG.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

Mar­kus Lie­big
Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der FWG Bodenheim e.V.