Lie­be Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, lie­be Freun­de der FWG

mit die­sem drit­ten Post möch­ten wir die Gemein­de­rats­sit­zung vom 23.6.2020 wei­ter auf­ar­bei­ten, da eini­ge Din­ge aus unse­rer Sicht nicht opti­mal gelau­fen sind und Klar­stel­lung benö­ti­gen. Wei­te­re Stel­lung­nah­men erfol­gen also in den nächs­ten Tagen, schau­en Sie ger­ne vor­bei.

TOP 6.3 Bau­an­trag: Außen­be­reich „Mit­tel­ge­wann” – Errich­tung eines Anten­nen­trä­gers mit Out­do­or­tech­nik

Hier stürz­te Rats­mit­glied Mutz­ke regel­recht ans Mikro­fon um den Antrag sofort und ohne Aus­spra­che nach §35 der Gemein­de­ord­nung in die Aus­schüs­se zu ver­wei­sen. Auf­trag Beant­wor­tung wei­te­rer Nach­fra­gen zum Vor­ha­ben. Im Prin­zip eine sinn­vol­le Maß­nah­me, nur hat die SPD mit die­sem Antrag lei­der eine öffent­li­che Aus­spra­che zum The­ma unter­bun­den. So lebt die SPD Demo­kra­tie und fach­li­che Dis­kus­si­on. Wir müs­sen uns schon wun­dern über die­se Vor­ge­hens­wei­se womög­lich hat man in den eige­nen Rei­hen zu wenig Kon­sens um den Antrag mehr­heit­lich durch­zu­set­zen und spielt nun auf Zeit um die Mit­glie­der des Bausaus­sus­ses wel­che das The­ma am 14.7.2020 behan­deln wer­den umzu­stim­men.

Lei­der blieb der FWG damit die Stel­lung­nah­me unter­sagt. Zum Glück gibt es ja sozia­le Netz­wer­ke, dar­um hier noch­mal die geplan­te Rede zum Sach­ver­halt und dem ver­schlei­er­ten Vor­ge­hen gegen­über dem Rat.

Lie­ber Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, sehr geehr­te Damen und Her­ren, heu­te wird der Gemein­de­rat über einen Antrag zur Auf­stel­lung eines 30m Funk­mas­tes für Mobil­funk Tech­nik ent­schei­den müs­sen. Es han­delt sich hier um ein soge­nann­tes pri­vi­le­gier­tes Vor­ha­ben, wel­ches die Gemein­de zwar ableh­nen kann mit Begrün­dung, aber wohl dann in zwei­ter Instanz durch die Kreis­ver­wal­tung geneh­migt wer­den wird.

Kurz zur Chro­no­lo­gie und die Art und Wei­se wie der Rat hier durch die vor­be­rei­ten­den Behör­den geblen­det wird. In einem ers­ten Antrag am 29. Okto­ber 2019 bean­trag­te die Deut­sche Funk­mast GmbH im Auf­trag der Deut­schen Tele­kom, eine dau­er­haf­te Weg­nut­zung Funk­mast­an­la­ge Deut­sche Funk­turm Ver­bes­se­rung DSL-Netz. Hier­bei geht es dar­um einen Feld­wirt­schafts­weg in Schot­ter­bau­wei­se aus­zu­bau­en um das Grund­stück im Mit­tel­ge­wann, hin­ter den dort lie­gen­den Ten­nis­plät­zen zugäng­lich zu machen. Der Name des Antra­ges, man glaubt es kaum, „Funk­mast zur Ver­bes­se­rung des DSL Net­zes“. Ja das haben sie rich­tig gehört und ja so etwas gibt es gar nicht. Viel­mehr will man mit dem Namen des Antrags das The­ma her­un­ter­spie­len und sim­pli­fi­zie­ren und das The­ma Mobi­le-Funk­fre­quen­zen mit ter­res­tri­schem DSL ver­mi­schen. Schon damals ist die FWG hell­hö­rig gewor­den und hat sich wei­ter­ge­hend infor­miert und seit Novem­ber bereits kla­re Bewei­se erhal­ten, dass man hier durch die Tele­kom AG zwar im soge­nann­ten Außen­be­reich aber in direk­ter Wohn­be­bau­ung zur Reit­hal­le und Guten­berg­stra­ße einen 30m Funk­mast errich­ten will und des­sen Kor­pus an Funk­tech­nik 5m Durch­mes­ser auf­wei­sen soll. Dann geschieht 7 Mona­te nichts und auf ein­mal taucht der Bau­an­trag auf der Tages­ord­nung heu­te zur Gemein­de­rats­sit­zung kurz vor der Som­mer­pau­se auf und wird bewusst in der letz­ten Sit­zungs­run­de gestellt. Der Knal­ler dazu, dass alles nach­dem Bau Pla­nungs- und Umwelt­aus­schuss bereits getagt hat­te. Somit haben die Fach­gre­mi­en kei­ne Chan­ce das The­ma zu bewer­ten, viel­mehr muss das bri­san­te The­ma nun direkt im Gemein­de­rat und vor der Som­mer­pau­se ent­schie­den wer­den, da nach Antrags­ein­gang inner­halb von zwei Mona­ten durch den Rat ent­schie­den wer­den muss, sonst erfolgt wegen der Pri­vi­le­gie­rung eine direk­te Zustim­mung der obe­ren Behör­den. Der Name des Antrags und er wird noch bes­ser die­ses Mal. „Errich­tung eines Anten­nen­trä­gers mit Out­do­or­tech­nik“. Han­delt es sich etwa hier um einen Klet­ter­mast für Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten. Weit gefehlt, uns feh­len die Wor­te. Die gro­ße Fra­ge ist auch, wie kommt der Antrag­stel­ler über­haupt in den Besitz oder Pacht die­ser Par­zel­len. Hat der Besit­zer jeg­li­ches Gespür und die Ver­ant­wor­tung für Anse­hen und die Gesund­heit der Bür­ger in Bodenheim ver­lo­ren? Sucht man hier nur sei­nen eige­nen Pro­fit. Wir sind nicht gegen Inno­va­ti­on aber solan­ge sol­che mas­si­ven Bau­wer­ke kei­ner­lei Ein­fü­gung in die Umge­bung haben und in unmit­tel­ba­rer Nähe eine Wohn­be­bau­ung ist, leh­nen wir sol­che Vor­ga­ben ab.

Wich­ti­ger denn je, for­dern wir Tele­kom und EWR viel­mehr auf, die vor­han­de­ne ter­res­tri­sche Tech­no­lo­gie auf­zu­rüs­ten und unter fai­ren Wett­be­werbs­be­din­gun­gen zu ver­mark­ten. Hier ver­zö­gert die EWR AG erneut die Ver­hand­lun­gen zwi­schen den drei Betei­lig­ten Gesell­schaf­ten VSE NET, Tele­kom AG und EWR um schnel­les Inter­net bei frei­er Pro­vi­der Wahl in Bodenheim zu ermög­li­chen. Wich­ti­ge ers­te Schrit­te sind zwar erfolgt, zwi­schen den Betei­lig­ten, nun gilt es aber sich auf den Abschluss zu fokus­sie­ren lie­be EWR AG.

Wie im GR am 29.10.2019 schon von der FWG bean­tragt, woll­te man war­ten bis der Bau­an­trag vor­liegt. Laut Ver­wal­tung lagen dies zum Zeit­punkt des 29.10.2019 nicht vor. Da die­ses nun der Fall ist, wir aber kei­ne Chan­ce hat­ten in den Fach­gre­mi­en und mit dem Betrei­ber das Vor­ha­ben zu bespre­chen, ist die Zurück­nah­me des Antrags vom 29.10.2019 gerecht­fer­tigt, wie auch die vor­läu­fi­ge Ableh­nung des Bau­an­trags.

Im Bau­aus­schuss am 14.7.2020 wer­den wir auf die Beant­wor­tung die­ser Fra­gen drän­gen und schrift­lich dar­zu­stel­len:

1. Wel­cher Busi­ness Case liegt hin­ter dem Vor­ha­ben?
2. Was sind die Grün­de für ein solch mas­si­ves Bau­werk?
3. War­um wird die Tech­nik nicht in klei­ne­re Ein­hei­ten ver­baut, die auf exis­tie­ren­de Gebäu­de stüt­zen?
4. Wel­che Mobil­funk Fre­quen­zen sol­len mit dem Vor­ha­ben betrie­ben wer­den?
5. Wur­den alter­na­ti­ve Stand­or­te geprüft, wenn ja wel­che?
6. Ist ein Umwelt- und Gesund­heits-Gut­ach­ten ange­fer­tigt wor­den?

Ihre FWG Bodenheim e.V.